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Tour de Ski

Datum: 13.01.2010
Autor: By: Name

Kategorie: Allgemein

Hallo Skifreunde!

Die 4. und schwerste Auflage der Tour de Ski ist Geschichte und zum 4.mal bin ich oben auf der Alpe Cermis angekommen! Diesmal nach 8 unglaublich schweren, aber auch hoch spannenden Etappen als guter 11.!
Den Beginn machte Oberhof und gleich im ersten Rennen, einem 3,7km langen sk Prolog, hatte ich einen rabenschwarzen Tag! Es ging überhaupt nichts. Völlig von der Rolle und mit extrem schweren und verkrampften Beinen wurde ich 62. Der miserabelste Start den ich je bei der Tour de Ski hatte. Zum Glück fand einen Tag später schon die 15km cl Verfolgung (gestartet wurde nach den Prologabständen) an und ich konnte einiges wieder wettmachen.
Und wie!!! Mit der 2.schnellsten Laufzeit aller lief ich beherzt und mit viel Kampf, von Platz 62 auf 8 vor! Dies war eines meiner besten Rennen überhaupt und gerade vor heimischem Publikum besonders schön! So ist das manchmal im Sportlerleben, einen Tag geht gar nichts und am nächsten Tag gelingt einem alles! Selbstbewusst ging ich am nächsten Tag im cl Sprint an den Start! Ich wollte mich endlich nach 3 jähriger Durststrecke im Sprint mal wieder für ein ¼ Fanale qualifizieren! Was auch gelang! Als 29.im Prolog durfte ich mal wieder aus den Startboxen sprinten. Ein gutes Gefühl, nur leider stürzte ich bei der Anfahrt zur so genannten „Brunnenwegkurve“ und hatte natürlich dadurch keine Chance im Kampf um das Halbfinale. Als 6. schied ich aus und wurde im Gesamtklassement schließlich 29. Eine vergebene Chance viele Bonussekunden zu ergattern, aber ich sah drüber weg, weil ich mich ja schließlich mal qualifizieren konnte!
Weiter nach Prag und zur 4.Etappe der Tour. Mir war klar, dass Prag nur eine kurze Durchgangsstation werden würde. Schon in den letzten Jahren hatte ich auf diesem sehr kurzen und flachen Stadtkurs keine Chance aufs ¼ Finale. Mit Platz 61 so auch dieses Jahr. Ich nahm das Ergebnis so hin und konzentrierte mich dafür schon mal lieber auf die letzten 4 Etappen. Dort standen schließlich richtige hammerschwere Brocken auf dem Programm.
Zum Beispiel Etappe 5. Ein Verfolgungsstart von Cortina d`Ampezzo nach Toblach. Gestartet wurde die 36km lange Strecke nach den Zeitabständen des aktuellen Gesamtstandes nach Prag. Dabei ging die Strecke über einen 1500m hohen Pass und endete im nagelneuen Weltcupstadion von Toblach. Viele, so auch ich, dachten an eine relativ leichte Etappe. Man ging davon aus, dass sich das große Gesamtklassement wieder zusammen schieben würde. Doch es sollte anders kommen. Die Etappe war nicht die leichteste, sondern die schwerste!! Die Bedingungen waren stumpf, das Tempo war brutal und es bildeten sich 3 Gruppen die sich jagten. Ganz vorne eine 6er Gruppe um die Favoriten, nur knapp eine Minute dahinter eine 12er Gruppe mit mir und wiederum knapp 3 Minuten dahinter das große Hauptfeld. Wie im Radsport wurden wir von Skidoos bekleidet und die Bilder wurden live von einem Helikopter übertragen! Alle drei Gruppen wurden ständig mit Zeiten und Rückständen versorgt und es entstand eine wilde Hatz! Ich musste praktisch 36km lang am Anschlag gehen und war froh dass ich in der 2.Gruppe mit dabei war. Sekunde um Sekunde kämpften wir uns an die 6 Führenden heran, schafften es aber am Ende doch nicht aufzuschließen. Im Endspurt meiner Gruppe wurde ich 5. und lag somit nach der 5.Etappe mit 37Sek Rückstand auf Platz 11. Zufrieden blickte ich Richtung 6.Etappe, einem 10km cl Einzelstart in Toblach. Ich wollte mich nun ganz vorne in der Top10 festsetzen. Rein formtechnisch präsentierte ich mich an diesem Tag sehr ordentlich, nur leider hatte ich vom Ski her ziemlich „stumpf“ und somit in den Abfahrten wenig „Fahrt“. Mit einem guten 10.Platz und dem Wissen das mehr möglich war, ging es weiter zur 7. Etappe nach Val di Fiemme. Wie immer bildeten ein 20km cl Massenstart (7.Etappe) und der Finale sk Berglauf zur Alpe Cermis (8.Etappe) den Abschluß der Tour. Der 20km cl Massenstart ist immer meine Lieblingsetappe und ich nahm mir wieder viel vor. Wenn nicht in Toblach der erhoffte Sprung nach vorne, dann eben über die 20km in Val di Fiemme dachte ich. Es klappte wieder nicht ganz so. Diesmal war Körper und Ski nicht so optimal. Relativ müde und vom Gefühl her ziemlich träge lief ich das Rennen und auch der Ski glitt nicht so schnell wie man ihn bräuchte. Im nassen und weichen Schnee gingen mein Techniker und ich auf Nummer sicher und wachsten den Ski auf „Stieg“. Wir wollten also, dass ich die Berge ohne glatten Ski laufen konnte, nahmen dafür aber einen langsameren Ski in der Abfahrt in Kauf. Mit Abstand kann man sagen, der Ski war ein wenig zu dick gewachst und ich fuhr in den Abfahrten ziemlich hinter her. Platz 10 war dafür aber wieder eine super Platzierung und vor der Abschlussetappe lag ich somit auf Platz 9 in der Gesamtwertung.
Die Alpe Cermis! 3,7km lang, 425 Höhenmeter bei einer Steigung bis zu 28%!!!Wie immer der krönende Abschluss einer jeden Tour! An einem Top- Tag kann man noch sehr viel Boden gut machen, man kann aber auch an einem schlechten Tag alles verlieren. Nicht selten vielen noch Läufer von einem sicher geglaubten Podium weit zurück und waren am Ende nicht mal mehr in der Top10. Jedes mal aufs Neue ist es auch für mich spannend gewesen, was ich selber noch so an der Alpe leisten würde. Dieses Jahr ging es wieder gut und ich lief die 19.Zeit den Berg hinauf. Dabei kämpfte und verteidigte ich meine Position so gut es ging und wurde nur noch von zwei Kletterspezialisten, dem Italiener Di Centa und dem Kanadier Babikov überholt. Erschöpft aber zufrieden war ich nach 102!!!Wettkampf-Kilometern, als 11 oben!

Nun bin ich für eine Woche zu Hause in Oberhof und erhole mich von den Strapazen.
Wie viele andere Tour-Starter auch, verzichte ich auf die nächsten WC-Rennen und gehe dafür vorzeitig in die direkte Olympiavorbereitung.

Bis bald, Euer Fibs!

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