WM Oslo und der Gewinn der Bronzemedaille
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Kategorie: Sportliche Erfolge
Hallo Skilanglauffreunde!
Kurz nach der WM und mit ein wenig Abstand zu den letzten aufregenden Tagen, will ich Euch endlich von Oslo berichten. Alles begann für mich mit dem 30km Duathlon. Das Stadion und die Strecke waren mit 100000!!! Fans brechend voll und das Wetter passte auch sehr gut! Mein Ziel war es, gut in die WM zu starten und mir mit einem Top-Resultat, Selbstvertrauen für die gesamte Zeit am Holmenkollen zu holen. Leider gelang mir dies mit Platz 30 nur bedingt. Der Klassisch Part lief sehr gut und der Skating Part sehr schlecht. Beherzt und voll motiviert ging ich ins Rennen und war im klassischen Stil immer in der Spitze vertreten. Jede Tempoverschärfung hielt ich gut mit und fühlte mich ziemlich stark. Dann der Wechsel auf Skating. Schnell merkte ich, dass ich nicht das beste Brett und die besten Beine an diesem Tage hatte. Schon etwa 10km vor dem Ziel hatte ich Probleme die Spitzengruppe zu halten und viel kurz danach ab. Nur mit viel Kampf und Wille, erreichte ich das Ziel und war natürlich schwer enttäuscht. War ich doch in diesem Rennen schon mal WM 4.und Olympia 6.! Ich wollte eigentlich viel mehr und mindestens in die Top10. Wie sollte es weiter gehen? Zwei Tage später war ja schon 15km Klassisch Einzelstart und einen Tag später der Teamsprint Klassisch. Erholung und Regeneration war sehr wichtig für mich und ich verzichtete schließlich auf den Einzelstart um eine Option für den Teamsprint zu sein. Zu meiner großen Freude gab man mir dann auch die Chance, gemeinsam mit Tim Tscharnke im Teamsprint zu starten. Es sollte für mich eines der dramatischsten Rennen in meiner Laufbahn werden! An diesem Tag des Sprints, fühlte ich mich von Anfang an sehr wohl und fühlte mich frisch. Ich glaube, ich hab mich noch nie so schnell bewegt, wie an diesem Tag! Im Halbfinale merkte ich schon, dass wir eine gute Chance haben. Jedes Tempo ging ich mit und verbissen kämpfte ich um jeden Meter. Als 3.kamen wir sicher ins Finale und wir wussten, dass mit etwas Glück einiges möglich sein würde. Im Finale gab es alles was einen WM-Teamsprint ausmacht. Positionskämpfe, brachiale Attacken und riesiger Kampf. Selbst mit Petter Northug konnte ich mit sprinten und Tim präsentierte sich in Gala-Form. Gemeinsam waren wir immer unter den ersten 5 und im Kampf um die Medaillen vertreten. Schließlich ging es in die letzte Runde und Tim setzte alles auf eine Karte. Über die letzte Brücke und auf Platz 3 liegend ging er auf die Zielgerade. Bis etwa 50m vor dem Ziel dachte ich, dass es für eine Medaille reichen würde! Silber schien mir sogar möglich und ich konnte nicht mehr hin sehen! Ich litt ohne Ende unter der Anspannung und musste sehen, wie sich der russische Olympiasieger Kriukov immer weiter an Tim ran und schließlich vorbei schob. Der Medaillentraum platze jäh und wie getroffen sackte ich vor Enttäuschung zusammen. Hätte ich vor dem Sprint gewusst, dass wir 4.werden, hätte ich wohl unterschrieben und wäre zufrieden gewesen! Aber wenn man mit nur 0,9 Sek hinter Gold und 0,4 Sek hinter Bronze im Ziel ist, dann ist man entsetzlich traurig! Die Staffel musste es also richten. Ich glaubte immer noch fest an eine Medaille und wusste, dass wir alle Chancen hatten. Nun schon zum 8.!!!male durfte ich bei einem Großereignis unsere Staffel als Startläufer ins Rennen schicken. Immer wieder eine große Ehre und gerade die Männerstaffel ist wohl das wichtigste und größte Rennen bei einer WM! Gerade in Oslo am Holmenkollen! Dieses Rennen war als erstes restlos ausverkauft und ganz Norwegen wollte Gold in der Männerstaffel. Der Startschuss viel und der Schwede Rickardsson zog so brutal das Tempo an, dass ich dachte nochmal Teamsprint zu laufen. Einfach Wahnsinn! Die ganze Zeit hoffte ich, er müsse doch mal langsamer werden! Bei km 5 musste ich gemeinsam mit vielen anderen reißen lassen und Rickardsson lief nur noch mit dem Russe Vylegzhanin und dem Norweger Sundby weiter. Verbissen kämpfte ich auf Platz 4 um Anschluss zur Spitze, aber bei km 6 musste ich einsehen, dass der Schwede heute eine Nummer zu groß ist. Erst als auch der Norweger Sundby abreißen ließ, keimte wieder Hoffnung auf! Mit 30 Sek Rückstand wechselte ich letztendlich auf Platz 6 und war ein wenig enttäuscht. Ich hatte zwar wirklich alles gegeben, aber so einen Rückstand hätte ich gerne vermieden! Doch diese Staffel war nicht normal. Immer und immer wieder wechselte die Führung und es war ein wahres Auf und Ab. Nationen wie Italien, Finnland oder wir waren eigentlich schon weg, kämpften sich aber schließlich wieder zurück zur Spitze. Andere Nationen wie Russland oder Norwegen wurden wieder eingeholt oder vielen weit zurück. 5 Nationen kämpften dann am Ende um den Sieg. Norwegen, Schweden, Italien, Finnland und wir. Aus 5 macht 3 Medaillen und schon wieder musste ich zu sehen und leiden! Bronze, Bronze, Bronze! Es wurde Platz 3! Tobi hatte einen großen Job gemacht! Überglücklich lagen Franz, Axel und ich auf Tobi und bildeten einen Jubelberg! Ein super Gefühl, gerade nach dem 4.Platz im Teamsprint! Glück pur! Endlich war sie da, die ersehnte Medaille! Vor 100000 Zuschauern erlebte ich eine unglaubliche Siegerehrung!
Ich danke allen Fans die meiner Mannschaft und mir ganz fest die Daumen gedrückt haben!!!
Vielen Dank!
Euer Fibs!











